Das in den letzten Jahren in vielen Kreditinstituten an Restrukturierungen und Kostensenkungen ausgerichtete Handeln wird zunehmend durch ertragsorientierte, vorwärtsgerichtete Strategien abgelöst. Neben der Ertragssteigerung in etablierten Geschäftsfeldern rückt die Erschließung neuer Erlöspotenziale in den Fokus des Denkens und Handelns von Entscheidern in Kreditinstituten.
Eine gute Strategie und deren erfolgreiche Umsetzung ist daher von essentieller Bedeutung für deutsche Banken. Mit der Balanced Scorecard steht ein geeignetes Management-Instrument zur Umsetzung und Kommunikation dieser Unternehmensstrategie zur Verfügung.
Der Einsatz der Balanced Scorecard hat in vielen Unternehmen positive Auswirkungen auf monetäre Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn, aber auch auf nichtmonetäre wie beispielsweise Mitarbeitermotivation oder Kundenzufriedenheit. Entscheidend dabei ist, dass die Balanced Scorecard das Bindeglied zwischen Unternehmensstrategie und deren operativer Umsetzung, an der es bei vielen guten und richtigen Strategien in vielen Fällen mangelt, bildet.
Diese Studie hat das Ziel, den Verbreitungsgrad, wahrgenommene Nutzeneffekte und Verbesserungsmöglichkeiten der Balanced Scorecard in deutschen Kreditinstituten aufzuzeigen. Sie ist damit die erste Untersuchung, die den branchenspezifischen Einsatz im Bankensektor analysiert.
Im Erhebungszeitraum von März bis Mai 2006 wurden 80 führende deutsche Banken befragt. Die Umfrage umfasste 20 Fragen zu Grundlagen, der individuellen Ausgestaltung der Balanced Scorecard, zur Implementierung und zu Ergebnissen, die aus dem Einsatz resultieren. Bei den beteiligten Banken handelt es sich um Privatbanken, öffentlich-rechtliche sowie genossenschaftliche Institute. Die Rücklaufquote von 35 % zeigt, dass das Interesse an diesem Thema unter den Führungskräften deutscher Kreditinstitute sehr groß ist.
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